Die vorzeitige Pensionierung von Heinz Rieder
Text von Ueli Brügger, Abteilungsvorsteher
1977 übernahm Heinz Rieder eine Coiffeusenklasse an der Berufsschule Interlaken. Er überzeugte als junger und initiativer Fachlehrer und führte logischerweise kurz darauf drei Klassen. Ende September 1982 musste in Thun ein Fachlehrer, dessen Klasse kurz vor der Lehrabschlussprüfung stand, kurzfristig ersetzt werden. Der Schulleiter, Erhard Wyler, suchte nach einer geeigneten Lehrperson mit entsprechender Erfahrung, damit eine erfolgreiche Lehrabschlussprüfung nach einem halben Jahr garantiert war. Heinz Egli, der Schulleiter in Interlaken, half aus und stellte Heinz Rieder an einer Klasse frei, Heinz überzeugte seinen Vorgesetzten in Thun, Walter Schläppi, so sehr, dass dieser ihn motivierte, sich auf die ausgeschriebene Stelle als Hauptamtlehrer zu melden.
Ich durfte als Abteilungsvorsteher seit 1986 mit Heinz Rieder zusammenarbeiten und erlebte in dieser Zeit einen äusserst engagierten und erfolgreichen Fachlehrer, der seine Lernenden nicht nur unterrichtete, sondern sie begleitete und sich wenn nötig auch ihrer ausserschulischen Nöte annahm. Als anerkannter und geschätzter Berufskollege konnte er im Verband und bei den Ausbildnern und Ausbildnerinnen Einfluss nehmen. Er scheute sich auch nicht im direkten Gespräch mit viel Einfühlungsvermögen und grossem Sachverstand, Ausbildungsmängel im Betrieb anzuprangern und zu versuchen, das fehlbare Verhalten zu ändern. Zusätzlich setzte sich Heinz bei freiwilligen Trainings zum Teil auch am Sonntag voll dafür ein, die jungen Berufsleute auf die Meisterprüfung vorzubereiten.
Nicht ganz üblich für einen Haarkünstler ist die hohe Kompetenz in der Informations-Technologie. Lange bevor IT-Standards formuliert und gefordert wurden, war Heinz vernetzt, präsentierte die Ausbildung auf einer Webseite, förderte seine Lernenden beim Umgang mit dem Computer, war führend im regionalen Verband mit der Verbreitung von Programmen und unterstützte diesen medial bei Anlässen mit Lernenden.
Heinz Rieder meldete mir schon früh, dass er 2007 vorzeitig in den Ruhestand treten möchte. Ein schwerer Herzinfarkt zwang ihn, seine Pläne zu ändern und den Wechsel ein Jahr früher zu vollziehen. Auch während der Rekonvaleszenz unterstützte er seine Nachfolgerin und half ihr nach Möglichkeit, den Einstieg optimal zu schaffen.
Heinz, du hast deine Fachlehrer-Kraft 29 Jahre voll in und für deine Lernenden investiert und dich verausgabt. Ich wünsche dir, dass du dich jetzt zuerst richtig erholen kannst und dann den wohlverdienten Ruhestand aktiv geniessen darfst. Deine wertvolle Arbeit hinterlässt Spuren und das Kollegium der GIB Thun wird die wöchentlichen Begegnungen mit einem äusserst angenehmen und geschätzten Kollegen vermissen. Ueli Brügger, Vorsteher
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